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So funktioniert Repowering von Windenergieanlagen – Schritt für Schritt

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Autor/in:
WIWIN
3 Minuten Lesezeit

Mehr als 30 Jahre nach dem Beginn des kommerziellen Windenergieausbaus in Deutschland steht ein beträchtlicher Teil der Windräder vor zwei großen Wegmarken:  

1) Das Ende der technischen Lebensdauer: Die durchschnittliche Lebensdauer von Windrädern liegt bei 20 bis 30 Jahren. Wird diese überschritten, fallen teils hohe Instandhaltungskosten an, zudem werden Windräder im Laufe der Zeit leistungsschwächer.

2) Der Auslauf der EEG-Vergütung (Erneuerbare-Energien-Gesetz): Nach einer Betriebsdauer von 20 Jahren  läuft die EEG-Vergütung von Windrädern aus. Durch die anschließende Direktvermarktung kann es zu finanziellen Einbußen kommen.  

Über ein Viertel aller deutschen Onshore-Windräder (Windräder, die sich auf dem Festland befinden), also  rund 10.800 Anlagen, sind derzeit bereits älter als 20 Jahre und befinden sich dadurch nicht nur im letzten Drittel ihrer durchschnittlichen Lebensdauer sondern auch am Ende der EEG-Vergütung. 

Um bestehende Standorte auch nach 20 Jahren weiter wirtschaftlich betreiben zu können, müssen diese Windenergieanlagen durch modernere Anlagen ersetzt werden. In der Branche spricht man dabei von “Repowering”.

Doch wie läuft ein Repoweringprojekt konkret ab? In diesem Blogbeitrag führen wir dich Schritt für Schritt durch die Phasen eines Repoweringprojekts.  

In Kürze: So funktioniert Repowering

Beim Rückbau steht ein sicherer und fachgerechter Abbau der Bestandsanlagen im Mittelpunkt. Durch die neuen Anlagen kann am Standort deutlich mehr Strom produziert werden – der Standort wird also effizienter. 

Weitere Ausführungen zum Repowering findest du in unserem Blogartikel: Jetzt lesen

Repowering von Windenergieanlagen: Schritt für Schritt erklärt

Die Umsetzung von Windenergieprojekten ist ein zeit-, planungs- und kostenintensives Vorhaben. Selbst bei einem Repowering, bei dem die grundlegenden Voraussetzungen wie der Standort bereits geschaffen sind, können von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme einer Repowering-Windenergieanlage durchschnittlich zwei bis vier Jahre vergehen. Der größte Zeitanteil entfällt dabei auf die Planung, Prüfung und Genehmigung. Der Abbau der alten Anlage und der Bau der neuen Anlage beanspruchen nur einen Bruchteil der eigentlichen Projektlaufzeit. Im folgenden brechen wir diesen Zeitraum auf die wesentlichen Phasen herunter und beleuchten die wichtigsten Abschnitte eines Repoweringprojekts. 

Planung & Genehmigung

1. Vorplanung & Standortanalyse (6 – 12 Monate)

Ziel ist eine erste Machbarkeitsprüfung, ob der bestehende Standort für moderne Turbinen geeignet ist. Dazu gehören Windpotenzial- und GIS(Geoinformations)-Analysen , Geländebegehungen sowie ein Screening naturschutzrechtlicher Restriktionen. Beteiligte sind insbesondere der Projektentwickler, Umweltgutachter, Flächeneigentümer und Kommunen. Die Phase dauert in der Regel sechs bis zwölf  Monate. 

2. Genehmigungsphase (§ 16b BlmSchG) (6 – 18 Monate)

Ziel der Genehmigungsphase ist der Erhalt der Änderungsgenehmigung für den Ersatz der Altanlagen. Diese Phase umfasst umfangreiche Maßnahmen, wie:  

  • Erstellung technischer Pläne 
  • Erarbeitung von Umweltverträglichkeits- und Artenschutzgutachten 
  • Beteiligung der Öffentlichkeit und Dialoge mit den Behörden 

Zu den Stakeholdern zählen Antragsteller, Genehmigungsbehörden, Fachgutachter sowie Träger öffentlicher Belange. Das Gesamtverfahren dauert typischerweise 6–18 Monate, wobei diese Phase bei Repoweringprojekten teilweise beschleunigt werden kann.  

3. Finanzierung & Vertragsabschluss (3 – 6 Monate)

Dieser Schritt beginnt schon in einer frühen Projektphase und wird oftmals parallel zur Genehmigungsphase durchgeführt. Teil der Finanzierungsanfrage ist unter anderem die Wirtschaftlichkeitsprüfung , in der Investitionskosten, EEG-Situation, Energieerträge und Finanzierungsoptionen bewertet werden. Typische Bestandteile sind DCF-Modelle (Discounted Cashflow = Modell zur Wirtschaftlichkeitsberechnung anhand der Summe der künftigen Cashflows), Sensitivitätsanalysen und Förder-Checks. Als Stakeholder sind vor allem Projektentwickler sowie Finanz- und Steuerberater beteiligt. 

Zur Finanzierungsphase gehören außerdem: 

  •  Due Diligence-Prüfungen 
  • Verhandlungen 
  • EPC-Verträge (Planung, Beschaffung und Bau = schlüsselfertiger Generalunternehmervertrag) 
  • O&M-Verträge (Betrieb und Instandhaltung = technische Betreuung, Überwachung und Instandhaltung einer Industrie- oder Energieanlage) 
  • Pachtverträge 
  •  PPA-Verträge (Stromabnahme, Stromkraufvertrag zwischen Erzeuger und Abnehmer) 
  • Finanzierung (Eigen-/Fremdkapital, Förderkredite).  

Stakeholder sind unter anderem Investoren, Banken/KfW, EPC-Unternehmen und Rechtsberater. 

Umsetzung

4. Rückbau der Altanlagen (1 – 2 Monate)

Beim Rückbau steht ein sicherer und umweltgerechter Abbau der Bestandsanlagen im Mittelpunkt. Während der eigentliche Rückbau der Anlagen (Abbau von Turm, Gondel und Rotorblättern) nur wenige Tage in Anspruch nimmt, kann der Gesamtprozess inkl. Auf- und Abbau des Krans, der Fundamentrückbau sowie das Recycling und die Entsorgung insgesamt bis zu zwei Monaten dauern.  

Beteiligte sind der Betreiber, Rückbauunternehmen, Entsorgungsfachbetriebe sowie Behörden.  

5. Errichtung der Neuanlagen (4 – 6 Monate)

Ziel dieser Phase ist der Bau und die Montage der neuen, leistungsstarken Turbinen. Dazu gehören, wie bei einem regulären Neubau, der Fundamentbau, Turm- und Gondelmontage, elektrische Installation sowie Abnahmen. Stakeholder sind hier typischerweise EPC-Unternehmen, Montagefirmen, Netzbetreiber und Sachverständige. Die Montage einer einzelnen Anlage dauert in der Regel etwa zehn Tage, der Gesamtbau pro Anlage umfasst in der Regel 4–6 Monate. 

6. Netzanschluss & Inbetriebnahme (1 – 2 Monate)

Die technische und kaufmännische Inbetriebsetzung umfasst die Errichtung der Netzanbindung, Schutzprüfungen, einen Probelauf und die formale Inbetriebnahme. Stakeholder sind vor allem Netzbetreiber, TÜV und Betreiber. 

Betrieb & Monitoring

Zum Abschluss folgt die Nachsorge und das Monitoring, um den ordnungsgemäßen Dauerbetrieb sicherzustellen und alle Auflagen zu erfüllen. Dazu zählen Online-Monitoring, routinemäßige Instandhaltung sowie Umweltberichte. Beteiligte sind der Betreiber, O&M-Dienstleister und Behörden; die Phase ist fortlaufend. 

Kurzer Überblick der Projektphasen

Abbildung 1: Meilensteine eines Repowering-Projekts für Windenergieanlagen in Deutschland.

Fazit & Ausblick

Die für Windenergie zur Verfügung stehenden Flächen in Deutschland sind begrenzt. Um diese Flächen möglichst effektiv nutzen zu können, ist Repowering eine Möglichkeit, um Anlagen, die das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben, durch neue, leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen. Repowering bietet hier sogar eine doppelte Chance: der Standortertrag wird durch die leistungsstärkeren Anlagen deutlich erhöht und zugleich werden die Betriebskosten gesenkt. 

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