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Zins, Rendite, Risiko: Finanzbegriffe einfach erklärt

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WIWIN - Nachhaltig investieren
5 Minuten Lesezeit

Wer in der Finanzwelt unterwegs ist und beispielsweise in nachhaltige Projekte investieren möchte, trifft schnell auf eine Vielzahl an Fachbegriffen. Begriffe wie Zins, Rendite oder Risiko sind vielen noch geläufig – doch spätestens bei Mezzanine-Kapital, Nachrangdarlehen oder digitalen Wertpapieren wird es technischer und das Verständnis schwindet.

Vor allem junge Menschen sind häufig mit vielen Begrifflichkeiten konfrontiert, die sie überfordern. Wie eine Studie der OECD feststellt, kennen etwa nur 44 % der 14 – 24-jährigen den Begriff „Inflationsrate“, 60 % wissen nicht, was ein Investmentfond ist, und unter denjenigen, die angeben, es zu wissen, konnten es nur 28 % richtig erklären. Wir wollen das ändern und dein Finanzwissen auf die Probe stellen. Dieser Artikel liefert dir das nötige Finanz-Vokabular, um zukünftig fundierte Entscheidungen treffen zu können. Hättest du alle Begriffe korrekt erklären können?

1. Zins

Der Zins (abgeleitet vom lateinischen census) bezeichnet die regelmäßige Vergütung, die Anleger/innen dafür erhalten, dass sie ihr Kapital zur Verfügung stellen. Er wird in der Regel als Prozentsatz pro Jahr (p. a.) angegeben. Ein Zinssatz von 5,00  % p. a. bedeutet etwa, dass bei einer Investition von 1.000 Euro jährlich 50 Euro Zinsen ausgezahlt werden. Zinsen können periodisch variieren oder statisch sein. Als Richtwert für viele Kreditinstitute gilt dabei der sogenannte Leitzins. Dieser wird von Zentralbanken im Rahmen ihrer Geldpolitik einseitig festgelegt und regelt die Geschäfte mit den ihr angeschlossenen Kreditinstituten. In der EU legt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins fest.

Der Zinseszins wiederum beschreibt den Effekt, dass nicht nur das ursprüngliche Kapital, sondern auch bereits erhaltene Zinsen wieder verzinst werden, sofern diese im Investment verbleiben. Über längere Zeiträume hinweg kann dieser Effekt das Wachstum des investierten Vermögens deutlich verstärken. Wer also früher anfängt zu sparen, hat langfristig mehr von seinem Geld, da der Zinseszins-Effekt greift.

2. Rendite

Die Rendite beschreibt den gesamten Ertrag eines Investments, bezogen auf das eingesetzte Kapital innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie umfasst dabei nicht nur Zinsen, sondern auch etwaige Wertsteigerungen oder Bonuszahlungen. Die Rendite wird in Prozent angegeben und ist ein zentraler Maßstab dafür, wie „erfolgreich“ eine Geldanlage ist.

Genauer gesagt beschreibt dir die Rendite das prozentuale Verhältnis zwischen Ertrag/Gewinn und Kapitaleinsatz als Zinssatz innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Die gängige Formel dafür lautet Rendite = Gewinn/eingesetztes Kapital. Dabei kann zwischen Brutto- und Nettorendite unterschieden werden.

Im Bereich des Crowdinvestings wird häufig eine maximal erwartete Rendite genannt. Diese gibt an, welcher Ertrag unter idealen Bedingungen möglich wäre – etwa bei planmäßigem Projektverlauf und vollständiger Rückzahlung inklusive vereinbarter Bonuszahlungen. Sie ist jedoch keine Garantie, sondern ein Richtwert zur Orientierung, der mit entsprechenden Chancen und Risiken verbunden ist.

3. Risiko

Das Risiko beschreibt die Unsicherheit darüber, wie sich eine Investition tatsächlich entwickeln wird. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die erwartete Rendite nicht erreicht wird oder dass es zu finanziellen Verlusten kommt. Im schlimmsten Fall kann das eingesetzte Kapital vollständig verloren gehen. Ein solches Risiko wird als Totalverlustrisiko bezeichnet und ist auch beim Crowdinvesting ein relevantes Thema, auf das transparent hingewiesen wird.

Investitionen in Projekte, etwa im Bereich erneuerbarer Energien oder Immobilien, unterliegen verschiedenen Einflussfaktoren. Dazu zählen unter anderem Marktveränderungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Projektverzögerungen oder wirtschaftliche Schwierigkeiten der Projektträger. Diese Faktoren können die Rückzahlung des investierten Kapitals sowie die Auszahlung der Zinsen beeinträchtigen.

Renditechancen und Risiken sind grundsätzlich eng miteinander verknüpft. Höhere Ertragsmöglichkeiten gehen in der Regel mit einem erhöhten Risiko einher. Um dieses Risiko zu reduzieren, empfiehlt es sich, Kapital breit zu streuen, also in mehrere unterschiedliche Projekte oder Anlageformen zu investieren. Dieses Vorgehen wird als Diversifikation bezeichnet.

4. Fonds/Investmentfonds

Ein Fonds ist eine Anlageform, bei der das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger gebündelt wird, um es gemeinsam in unterschiedliche Vermögenswerte zu investieren. Dabei kann es sich beispielsweise um Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch nachhaltige Projekte handeln. Der Fonds wird von professionellen Fondsmanagerinnen oder -managern verwaltet, die über die Zusammensetzung und Ausrichtung der Investitionen entscheiden.

Ein Investmentfonds verfolgt das Ziel, durch eine breite Streuung der Investitionen stabile Erträge zu erzielen und Risiken zu minimieren. Die Anleger/innen erhalten im Gegenzug Anteile am Fondsvermögen und profitieren anteilig von dessen Entwicklung. Im Kontext von nachhaltigem Investieren können spezielle Fonds gezielt in ökologische oder soziale Projekte investieren. Solche Fonds werden auch als ESG Fonds bezeichnet, da sie ökologische (Environmental), soziale (Social) und Aspekte der Unternehmensführung (Governance) berücksichtigen.

5. Mezzanine-Kapital

Mezzanine-Kapital ist eine besondere Finanzierungsform, die sowohl Merkmale von Eigen- als auch Fremdkapital vereint. Es wird häufig in unternehmerischen Finanzierungen eingesetzt, bei denen klassisches Bankdarlehen und reines Eigenkapital allein nicht ausreichen. Für Anleger/innen bietet Mezzanine-Kapital eine Möglichkeit, sich an Projekten zu beteiligen und dafür eine feste Verzinsung sowie gegebenenfalls zusätzliche Ertragschancen zu erhalten.

Aus Sicht des Unternehmens zählt Mezzanine-Kapital in der Bilanz meist zum wirtschaftlichen Eigenkapital, obwohl es rechtlich als Fremdkapital ausgestaltet ist. In der Praxis bedeutet das: Im Falle einer Insolvenz werden Mezzanine-Investorinnen und -Investoren erst nach den regulären Gläubigern, aber vor den eigentlichen Eigentümerinnen und Eigentümern des Unternehmens bedient. Deshalb spricht man auch von nachrangigem Kapital.

6. Nachrangdarlehen

Ein Nachrangdarlehen ist eine spezielle Form der Unternehmens- und Projektfinanzierung, bei der das Darlehen rechtlich als Fremdkapital gilt, im Insolvenzfall jedoch erst nachrangig zurückgezahlt wird. Das bedeutet: Im Falle einer Unternehmensinsolvenz werden zunächst alle vorrangigen Gläubiger, etwa Banken, bedient. Erst danach – sofern noch Mittel vorhanden sind – erfolgt eine Rückzahlung an die Nachrangdarlehensgeber/innen.

Gerade im Bereich des Crowdinvestings ist das Nachrangdarlehen eine häufig genutzte Finanzierungsform. Investor/innen stellen Kapital zur Verfügung und erhalten dafür in der Regel einen festen Zinssatz sowie eine vereinbarte Laufzeit. Da Nachrangdarlehen meistens nicht durch klassische Sicherheiten abgesichert sind, tragen die Anleger/innen ein erhöhtes Risiko, das jedoch durch attraktive Zinskonditionen ausgeglichen werden kann.

7. Digitales Wertpapier

Digitale Wertpapiere sind rechtlich anerkannte Finanzinstrumente, die nicht in Papierform, sondern vollständig digital ausgegeben und verwaltet werden. Technologisch basieren sie häufig auf der Blockchain, einer dezentralen, fälschungssicheren Datenbank, die Transaktionen transparent dokumentiert. Dadurch können digitale Wertpapiere effizient, sicher und ohne aufwendige Zwischenschritte emittiert und gehandelt werden.

Für Investor/innen bieten digitale Wertpapiere zahlreiche Vorteile. Sie ermöglichen einen vereinfachten Zugang zu Kapitalanlagen, niedrigere Transaktionskosten und eine schnellere Abwicklung. Im Gegensatz zu klassischen Vermögensanlagen sind digitale Wertpapiere oft handelbar und dadurch flexibler in der Nutzung. Gleichzeitig gelten sie – je nach Ausgestaltung – als vollwertige Finanzinstrumente und unterliegen der Regulierung durch die Finanzaufsicht.

Im Crowdinvesting werden digitale Wertpapiere zunehmend genutzt, um Beteiligungen an nachhaltigen Projekten effizient und transparent abzubilden. WIWIN bietet bereits seit mehreren Jahren digitale Wertpapiere an, um sicher und effizient Crowdinvestings vermitteln zu können. Mehr dazu erfährst du hier.

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