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Verantwortungseigentum: Haferkater will sich wieder selbst gehören

Autor/in:
WIWIN - Nachhaltig investieren
5 Minuten Lesezeit
Haferkater Filiale

Was haben der dänische Biergigant Carlsberg, der US-amerikanische Outdoor-Spezialist Patagonia und das deutsche nachhaltige Suchmaschinen-Startup Ecosia gemeinsam? Die drei Unternehmen setzen bei ihrer Eigentumsform auf Verantwortungseigentum – so wie zukünftig auch das Berliner Start-up Haferkater.

Haferkater bietet seinen Kund/innen gesundes Essen für unterwegs und ist mittlerweile mit mehr als 20 Filialen in ganz Deutschland vertreten – vorrangig an hochfrequentierten Standorten wie Bahnhöfen. Gewachsen ist das 2015 gegründete Start-up mit den Millionen von externen Investor/innen wie beispielsweise Katjes Greenfood, die sich in den vergangenen Jahren an dem Unternehmen beteiligt haben. Doch damit ist jetzt Schluss.

Haferkater kauft Firmenanteile zurück

Aktuell führt Haferkater mehrere Crowdinvesting-Kampagnen wie beispielsweise über WIWIN durch. Das Unternehmen sammelt frisches Kapital ein, um die veräußerten Unternehmensanteile von den bisherigen Geldgeber/innen zurückzukaufen. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wird Haferkater in ein Unternehmen in Verantwortungseigentum überführt.

Firmen in Verantwortungseigentum verpflichten sich rechtlich bindend dazu, dass Unternehmensvermögen sowie Gewinne langfristig der Unternehmensentwicklung dienen und das Unternehmen selbstbestimmt bleibt. So bleibt das Unternehmen langfristig unabhängig und kann nicht aus Spekulationsgründen übernommen werden. Unternehmensgewinne fließen zurück in die Firma oder werden gespendet.

Bei der Überführung in Verantwortungseigentum wird Haferkater von Purpose unterstützt. Das Purpose-Netzwerk verfolgt das Ziel, Verantwortungseigentum bekannter und weltweit leichter umsetzbar zu machen. Zu den Tätigkeiten von Purpose gehören die Beratung und prozessuale Begleitung von Unternehmen – wie im Fall von Haferkater. Weitere Aktivitäten sind beispielsweise die gemeinnützige Arbeit mit dem Fokus auf Bildung und Forschung sowie die Finanzierung von Unternehmen in Verantwortungseigentum über zwei eigene Investmentvehikel.

Mittelstand mit großem Interesse

Das Interesse auf Seiten der Unternehmer/innen am Verantwortungseigentum steigt nicht nur im Umfeld von Start-ups, wie Purpose Ventures-Vorstand Jakob Willeke erklärt: „Gerade auch im Mittelstand wird das zu einem immer größeren Thema, weil viele Firmen Alternativen zum Verkauf und zur Vererbung suchen. Verantwortungseigentum ist eine spannende Option, weil häufig die Werte des Unternehmens erhalten bleiben, was bei einem Verkauf oder einer Vererbung so nicht immer garantiert werden kann.“

Ob Verantwortungseigentum die passende Eigentumsform für ein Unternehmen ist, müssen aus Sicht von Jakob zuallererst die Gründer/innen und Unternehmer/innen entscheiden: „Sie müssen für sich festlegen, welche Art von Unternehmen sie sein möchten. Das Modell ist hier einfach eine unternehmerische Option. Studien zeigen aber ganz deutlich, dass es Unternehmen in Verantwortungseigentum leichter fällt, beispielsweise Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden.“

Die Unternehmensform wird schon seit vielen Jahren auf der ganzen Welt verwendet – von Brasilien über Japan bis in die USA. Pionier beim Thema Verantwortungseigentum ist Dänemark, betont Jakob von Purpose Ventures: „Hier gibt es eine Vielzahl an Unternehmen, die das schon viele Jahre machen. Dazu gehören zum Beispiel Carlsberg und Novo Nordisk. Die Idee ist in Dänemark auch schon sehr bekannt. Denn dort ist es auch relativ einfacher, Veranwortungseigentum umzusetzen – anders als zum Beispiel in Deutschland.“

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Verantwortungseigentum im Koalitionsvertrag verankert

Die Bundesrepublik hinkt beim Verantwortungseigentum aktuell noch hinterher; das soll sich aber möglichst schnell ändern. Eine Initiative rund um die Stiftung Verantwortungseigentum setzt sich schon seit mehreren Jahren dafür ein, dass Verantwortungseigentum als Rechtsform wie beispielsweise die Aktiengesellschaft (AG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gesetzlich verankert wird – möglicherweise sogar noch in dieser Legislaturperiode.

Im Koalitionsvertrag der Ampelregierung ist verankert, dass mit dem Verantwortungseigentum eine neue Rechtsform für Unternehmen geschaffen werden soll: die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“. Laut Jakob Willeke würde das dem Thema einen ganz neuen Push geben: „Verantwortungseigentum würde so unter anderem Einzug in Universitäten sowie die Steuer- und Rechtsberatung finden. Das bedeutet, dass die Gründerinnen und Gründer von morgen schon bei der Wahl der Unternehmensform mit dieser Option konfrontiert werden. Darüber hinaus könnten auch bestehende Firmen Verantwortungseigentum viel einfacher umsetzen.“

„Das Crowdinvesting ermöglicht uns, nicht nur finanzielle Mittel einzuwerben, sondern auch einen größeren Kreis an Menschen an der wirtschaftlichen Entwicklung von Haferkater partizipieren zu lassen.“

Leandro Burguete, Co-Gründer von Haferkater im Interview über die Ziele des Crowdinvestings und die Entwicklung von Haferkater.

Zum Beitrag

Der Prozess der Übertragung von Haferkater in Verantwortungseigentum läuft seit mittlerweile knapp zwei Jahren und steht inzwischen kurz vor dem Abschluss. Nur an den finalen Satzungsdetails wird noch gearbeitet: „Ich gehe davon aus, dass wir den Prozess in den kommenden Monaten abschließen können“, gibt sich Jakob optimistisch. Damit gehört sich Haferkater dann endlich wieder selbst – dank des Kapitals der Crowd.

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