Rendite statt Rente: So tickt die Gen Z beim Thema Geldanlage
Junge Menschen blicken skeptisch in die Zukunft. Nur ein Bruchteil der Generation Z glaubt an die gesetzliche Rente, zeigt eine Umfrage von ING und Visa. Stattdessen sorgen die meisten jungen Menschen privat vor – indem sie sparen und investieren.
Nach dem Schulabschluss auf Reisen gehen, Abenteuer erleben und eine unbeschwerte Zeit genießen? Das war einmal. Als die Generation Z gerade ins Erwachsenenleben starten wollte, jagte eine negative Schlagzeile die nächste: Pandemie, Kriege, Klimakrise. Mitten in diesem Chaos ist bei vielen jungen Menschen der Wunsch nach Verlässlichkeit entstanden.
Zur Generation Z zählen junge Menschen, die vollständig im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind. Die heute 16- bis 30-Jährigen fühlen sich oftmals verloren, orientierungs- und hilflos. Sie sehnen sich nach sozialer und wirtschaftlicher Stabilität, zeigt eine Studie des rheingold Instituts. Rund 70 Prozent der jungen Menschen geben darin an, dass sie die zahlreichen Krisen belasten. Fast 80 Prozent äußern sich besorgt über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Auch bei der Altersvorsorge herrscht heute große Verunsicherung.
Angst vor Altersarmut
Riccardo Presti ist 26 Jahre alt, somit Teil der Generation Z, und arbeitet als Werkstudent bei WIWIN. „Ich lege großen Wert darauf, regelmäßig zu sparen und zu investieren“, erzählt er. „Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, langfristig gut abgesichert zu sein.“ So wie ihm geht es vielen: Vier von fünf jungen Menschen sorgen sich um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand, zeigt eine Umfrage von ING Deutschland und Visa. Ein Drittel der Befragten erwartet keine gesetzliche Rente.
Tatsächlich führt der demografische Wandel dazu, dass die Rentenlücke – also der Unterschied zwischen dem Gehalt und der staatlichen Rente – stetig weiter wächst. So könnte es Finanztip-Berechnungen zufolge passieren, dass ein Mensch mit einem durchschnittlichen Einkommen bis ins hohe Alter ein Gesamt-Defizit von rund einer Million Euro aufbaut.
Sicherheit durch Sparen
Mehr als die Hälfte der Generation Z spart privat für die Altersvorsorge. Der Anteil an Nicht-Sparern ist laut ING-Visa-Studie von zwölf Prozent im Vorjahr auf neun Prozent im Jahr 2025 gesunken. Jeder zweite junge Mensch besitzt ein Tagesgeldkonto, Riccardo gehört dazu. Er parkt monatlich zehn Prozent seines Einkommens darauf.
Mit ihren Sparplänen verfolgt die Generation Z vor allem langfristige Ziele: Neben der Altersvorsorge stehen Rücklagen für Notfälle und Immobilien ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Eine Verschuldung kommt für die meisten nur bei größeren Anlässen infrage – etwa für das Studium, den Kauf einer Immobilie oder familiäre Notfälle. Gleichzeitig locken Kleinkredite über Buy-now-pay-later-Angebote einen Teil der Generation Z in ungeplante Schulden.
Informieren und investieren
Dem Bankenverband zufolge informiert sich die Hälfte der Generation Z online über Finanzthemen. So auch Riccardo: „Mein Wissen habe ich mir größtenteils selbst angeeignet, vor allem über YouTube, wo Grundlagen einfach erklärt werden.“ Durch seine Ausbildung im Bankenbereich konnte er zusätzliches Wissen sammeln. Und: „Ich habe einige Bücher zum Thema gelesen und mich regelmäßig mit Freunden über Erfahrungen und Strategien ausgetauscht“, ergänzt er.
Etwa die Hälfte der Generation Z legt Geld in Form von Aktien, Fonds und ETFs an. 92 Prozent der Befragten gaben in der ING-Visa-Erhebung an, dass Sicherheit für sie wichtig sei. 80 Prozent nannten Renditechancen. Riccardo investiert etwa 30 Prozent seines Einkommens in den Aktienmarkt sowie in Crowdinvesting. „Für mich steht an erster Stelle, dass ich mein Investment wirklich verstehe”, sagt er. „Außerdem ist mir wichtig, dass das Unternehmen oder Projekt zu meinen Werten passt – also Themen wie Nachhaltigkeit oder eine klare Vision.” Genau solche Investments mit nachhaltigem Fokus bietet WIWIN an.
Deutliche Gender-Save-Gap
Die Studie von ING und Visa verdeutlicht den Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während junge Männer im Schnitt 2.200 Euro netto pro Monat zur Verfügung haben, sind es bei Frauen nur 1.770 Euro. Und die Kluft dürfte immer größer werden, denn Männer legen etwa 28 Prozent ihres Einkommens zurück, Frauen 24 Prozent. Das bedeutet: Während der durchschnittliche Gen-Z-Mann 616 Euro pro Monat sparen kann, sind es bei der durchschnittlichen Gen-Z-Frau nur 425 Euro pro Monat. Diese Unterschiede zeigen, dass Finanzbildung und strukturelle Gleichstellung zentrale Herausforderungen bleiben – auch für die Altersvorsorge.
Kurz gesagt
Die gesetzliche Rente gilt als unsicher. Daher sorgen sich viele Jugendliche und junge Erwachsene um ihre finanzielle Zukunft. Die Generation Z informiert sich überwiegend online über private Möglichkeiten der Geldanlage und zeigt dabei ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit. Besonders beliebt sind Sparformen wie Tagesgeldkonten und risikoarme Investitionsmöglichkeiten.
Unsere aktuellen Erneuerbaren-Energien-Projekte
Keine News mehr verpassen?





